Umfrage-Ergebnisse
Ende des Jahres habe ich gemeinsam mit der CSU Poing / Aktive Bürger eine Bürgerumfrage durchgeführt.
Mehr als 450 Bürgerinnen und Bürger haben sich daran beteiligt.
Vielen herzlichen Dank.
Hier informiere ich Sie über die wichtigsten Ergebnisse:
Viele Rückmeldungen zeigen ein klares Bild: Poing ist für die meisten ein sehr guter Ort zum Leben. Die Frage „Wie gerne leben Sie in Poing?“ wurde insgesamt sehr positiv beantwortet (Durchschnittswert 14,3 auf einer Skala von 0 „sehr gerne“ bis 100 „überhaupt nicht gerne“).
Stärken: Familienfreundlich, sicher, viel Gemeinschaft
Viele Bürgerinnen und Bürger beschreiben Poing als kinder- und familienfreundlich und sehr sicher. Besonders positiv genannt werden kostenlose Veranstaltungen, das Ferienprogramm, das Volksfest und konkrete Angebote wie Fahrradwerkstatt oder Abfallberatung bei Marktsonntagen.
In der Bewertung schneidet die Kinderbetreuung sehr gut ab (Schulnote 1,8).
Größter Handlungsdruck: Verkehr, Gruber Straße, Kreuzungen, Parken
Am häufigsten genannt wird Verkehr und Infrastruktur als wichtigstes Thema.
- Gruber Straße: Staus zu Stoßzeiten, Rückstau bis zu Ampeln, Probleme Richtung Sportplatz und Altpoing.
- Knotenpunkte und Ampeln: Wunsch nach besserer Abstimmung, teils Vorschläge für Kreisverkehr (z. B. Gruber Straße/Plieninger Straße, Bereich Sportplatz) oder „intelligente“ Ampelschaltungen.
- Sicherheit im Quartier: unübersichtliche Nebenstraßen durch parkende Fahrzeuge, gefährliche Situationen an einzelnen Ampeln und Querungen, stärkere Kontrolle des ruhenden Verkehrs.
- Tempo 30: viele wünschen flächendeckend Tempo 30, andere kritisieren einzelne Abschnitte und fordern nachvollziehbare, zeitlich passende Lösungen.
Die Schulnote für Verkehr und Infrastruktur beträgt 3,1.
ÖPNV: Zuverlässigkeit, Takt, Anschlüsse
Viele Rückmeldungen drehen sich um Pünktlichkeit und Ausfälle (besonders Bus 464, auch 465), fehlende Sonntagsfahrten, zu geringe Taktung und unsichere Anschlüsse zur S-Bahn. Genannt werden außerdem praktische Probleme, etwa begrenzte Mitnahme von Kinderwägen, sowie Wünsche nach Nachtangeboten oder Expressverbindungen.
Jugend: Mehr Angebote am Abend gewünscht
Auf die Fragen nach den Jugendangeboten wiederholen sich diese Wünsche:
- Jugendcafé, Treffpunkt ohne „Daueraufsicht“, Räume am Abend und am Wochenende
- Kinoangebote (regelmäßig oder als Freiluftkino), Billard, Darts, Bar mit gutem Flair
- mehr Sportmöglichkeiten, öffentlich nutzbare Plätze, überdachte Sitzmöglichkeiten im Park
Gesundheit und Pflege: Ärzte, Kinderarzt, Bereitschaft, Pflegeplätze
Die Medizinische Versorgung gehört zu den Top-Themen und wird insgesamt ordentlich bewertet – Schulnote: 2,5.
Konkrete Punkte:
- überlastete Haus- und Kinderärzte und lange Wartezeiten bei Fachärzten
- Wunsch nach Bereitschaftspraxis nachts und am Wochenende, gerade für Kinder
- Pflegeplätze und barrierefreier Wohnraum als Engpass
Ortsbild, Marktplatz, Aufenthaltsqualität und Gastronomie
Viele verbinden Lebensqualität nicht nur mit Projekten, sondern mit dem Alltag: Marktplatz und Bahnhofsumfeld werden als „zu grau“, „zu wenig einladend“ beschrieben. Häufige Vorschläge sind mehr Grün, Bäume, Schatten, Brunnen, bessere Gestaltung der Unterführung sowie mehr Orte zum Draußensitzen. Dazu passt der Wunsch nach mehr Cafés, Biergarten, Restaurants und teils auch nach einer besseren Verteilung, etwa Richtung Norden.
Einkaufsmöglichkeiten: Vielfalt, Nord-Poing, Schreibwaren, Apotheke
Die Einkaufsmöglichkeiten werden insgesamt gut bewertet, Note 2,2.
Gleichzeitig haben die Bürger einige Wünsche:
- mehr Vielfalt im Einzelhandel, insbesondere Schreibwarenladen
- zusätzliche Angebote im Norden, teils Discounter oder Vollsortimenter
- Apotheke und Ärzte in neueren Quartieren bzw. in Altpoing zur Entlastung von Wegen und Verkehr
Wohnen, Wachstum, Infrastruktur Schritt halten lassen
Beim Thema bezahlbarer Wohnraum und Bauland fällt das Meinungsbild gemischt aus: Ein größerer Teil findet es insgesamt gut oder zumindest „ganz ok“, zugleich gibt es deutliche Warnsignale und Sorgen, dass Zuzug und Bautempo die Infrastruktur überholen.
Konkrete Anliegen sind bezahlbare Wohnungen für „die Mitte“, Einheimischenmodelle, barrierefreies Wohnen sowie eine klare, langfristige Finanzlinie (z. B. Grundsteuer).
Verwaltung und Bürgerservice: hohe Zufriedenheit
Die Verwaltung wird sehr positiv bewertet: rund 92 Prozent sind sehr zufrieden, zufrieden oder in der Regel zufrieden.
Hervorgehoben werden Bürgerbüro und digitale Terminvergabe.
Einzelne wünschen sich mehr noch mehr direkte Sprechstunden in den Ortsteilen.
Umwelt, Ordnung, Sauberkeit, Lärm
Umwelt und Naturschutz werden insgesamt gut bewertet, Note 2,4.
In den Kommentaren tauchen dennoch konkrete Themen auf:
- Sauberkeit an Wertstoffinseln, Müllcontainer, Einwurfzeiten, Umgang mit Kontrollen
- Grünpflege, Laub, Hecken, Igel und Mähroboter
- Fluglärm als stark belastend, ebenso nächtliche Autorennen
- Leinenpflicht für Hunde, Cannabis Konsum in Parks, mehr Präsenz und Durchsetzung
Diese Themenbereiche sind für Teilnehmer der Bürgerumfrage am wichtigsten:
Fazit
Die Umfrage zeigt viel Zufriedenheit und Stolz auf das, was in Poing gut funktioniert. Gleichzeitig sind die Erwartungen klar: Verkehr und ÖPNV müssen spürbar besser werden, Jugendliche brauchen mehr Freiraum und Angebote, und bei Ärzten sowie Pflege darf Poing mit dem Wachstum nicht ins Hintertreffen geraten.